Wenn ich ehrlich bin, dann fing mit den kennfarbigen Zwerg Paduanern für mich eigentlich alles an.
Nicht mit einem Plan.
Nicht mit einer fertigen Zuchtidee.
Sondern mit einem einzigen Foto.
Als ich die Rasse für mich entdeckt hatte und mich durch die möglichen Farbschläge klickte, bin ich bei einer Google-Suche eher zufällig auf das Bild eines doppelfaktorig kennfarbigen Zwerg Paduaners gestoßen, der einmal auf der Europaschau ausgestellt worden war. Und in dem Moment war es um mich geschehen.
Das war meine große Liebe.
Den wollte ich haben.
Ich konnte zwar in Polen sogar den Erschaffer dieser kennfarbigen Zwerg Paduaner, Stanislaw, ausfindig machen, aber an die gewünschten Tiere kam ich trotzdem nicht heran. Per Zufall ergab sich dann bei meiner Suche nach wildbraunen Zwerg Paduanern ein neuer Weg: Über den Sonderverein fand ich Udo W., der mir erzählte, dass er früher mit Stanislaw zusammengearbeitet hatte und noch einen kleinen kennfarbigen Stamm besaß – einfaktorig, aber immerhin kennfarbig. Über ihn konnte ich schließlich Bruteier beziehen.
So kam ich überhaupt erst richtig in die praktische Auseinandersetzung mit diesem Farbschlag. Aus diesen Bruteiern sind am Ende vier kennfarbige Hähne gefallen, darunter auch ein Trägertier: mein Picasso. Wenn man es genau nimmt, steht er damit im Grunde für die Richtung kennfarbig auf Sperberbasis – nur eben einfaktorig.
Genau da wurde aus großer Liebe langsam ein echtes Zuchtprojekt.
Kennfarbig ist bei den Zwerg Paduanern kein anerkannter Farbschlag. Gerade deshalb ist für mich spannend, dass man züchterisch in unterschiedliche Richtungen denken kann: kennfarbig auf wildbrauner Basis mit goldhalsiger Richtung, kennfarbig mit Mahagoni-Einfluss, wie man es beispielsweise von den Bielefeldern kennt, oder kennfarbig auf Sperberbasis, wie man es beispielsweise von den Zwerg-Cochin kennt.
Und genau da ist für mich die Sache klar: Ich möchte nicht in Richtung Mahagoni. Ich möchte nicht in dieses rotlastige, glühende Bild. Ich möchte kennfarbig auf wildbrauner Basis.
Mein Ziel ist ein kennfarbiger Zwerg Paduaner mit schöner Kontraststärke, warmem Grundton und mehr Gold im Halsbehang – aber ohne, dass das Ganze in zu viel Rot oder Mahagoni kippt.
Weil ich mir die kennfarbigen Tiere eigentlich erzüchten wollte, hatte mir Udo W. damals auch geraten, Gesperbert mit aufzunehmen. Von diesem Projekt mit den gesperberten Zwerg Paduanern musste ich aber zunächst wieder Abstand nehmen, weil Wildbraun und blau-rebhuhnfarbig klar Vorrang bekamen. Bevor ich die Tiere abgegeben habe, konnte ich meiner Zuchtkollegin in Dänemark, die meine Liebe zu Wildbraun und Kennfarbig teilt, noch Bruteier schicken. Und sobald es mir irgendwann wieder möglich ist, werde ich mir diesen Baustein über sie gerne wieder zurückholen.
Denn kennfarbig ist für mich nicht vom Tisch. Ganz im Gegenteil.
Zurzeit sind meine Hähne noch einfaktorig, weil mir anfangs genau das gefehlt hat, worauf ich so sehr gehofft hatte: eine kennfarbige Henne. Die habe ich inzwischen. Und genau deshalb warte ich mit riesiger Vorfreude darauf, meinen ersten doppelfaktorigen Hahn meiner großen Zwerg-Paduaner-Liebe 2027 in den Händen zu halten.
Denn kennfarbig ist für mich nicht irgendein hübscher Nebenfarbschlag.
Kennfarbig ist der Anfang von allem gewesen.





