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Blau- rebhuhnfarbig - vom schönen Gedanken zum echten Herzensprojekt

Blau-rebhuhnfarbig war für mich ursprünglich so ein Farbschlag, bei dem ich einfach dachte:

Boah, ist der schön.

Vor allem die Hennen haben es mir angetan. Teilweise sogar mehr als die Hähne. Dieses Bild hat mir schon gefallen, lange bevor ich überhaupt tiefer in die Welt der Zwerg Paduaner eingestiegen bin. Nur gab es da ein kleines Problem: Diesen Farbenschlag gab es bei den Zwerg Paduanern für mich eben nicht einfach so fertig zum Abholen.

Also war der Gedanke erstmal eher so ein leises:

Na ja, vielleicht irgendwann mal. Vielleicht als Bastelprojekt. Vielleicht einfach, weil es schön wäre.

Und genau aus diesem Grund gibt es überhaupt meine Blue: weil mir blau-rebhuhnfarbig gefallen hat und Blue eben blau ist. Das war so der erste Gedanke, dass man darüber vielleicht irgendwann einmal anfangen könnte, in diese Richtung zu arbeiten.

Dass daraus einmal so viel mehr werden würde – und vor allem so schnell – wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht.

Denn irgendwann wurde mir klar, dass Blau für mich nicht nur optisch interessant ist.

Blau wurde plötzlich genetisch interessant.

Weil Blau spalterbig ist, lassen sich über diesen Weg genau die Bereiche beeinflussen, die mir in der wildbraunen Linie so wichtig sind. Vereinfacht gesagt: Dort, wo beim wildbraunen Tier Schwarz sitzt, erscheint beim blau-rebhuhnfarbigen Tier ein anthrazitfarbenes Grau. Und genau darin lag für mich auf einmal nicht mehr nur ein hübscher Farbenschlag, sondern ein echter züchterischer Ansatz.

Aus einem „Irgendwann vielleicht mal“ wurde damit ganz schnell ein:

Moment mal. Das könnte wirklich wichtig werden.

Und genau das ist es heute für mich.

Blau-rebhuhnfarbig ist für mich längst keine Spielerei mehr. Dieser Farbenschlag ist zu einem wichtigen Baustein geworden, um mir auf einem anderen Weg das zurückzuholen, was ich im Wildbraun so schmerzlich vermisse: mehr Balance, mehr Klarheit, mehr Richtung.

Und als wäre das alles nicht schon aufregend genug, hat 2026 dann auch noch direkt gezeigt, dass die Idee nicht komplett aus der Luft gegriffen war.

Mit den Tieren, mit denen ich gearbeitet habe, lag die Wahrscheinlichkeit dafür, genau diese Tiere zu ziehen, rein rechnerisch bei 1 zu 128. Und trotzdem sind aus zehn geschlüpften Küken genau die gefallen, auf die ich gehofft habe: 

meine kleine Protohenne Hazel, blau-rebhuhnfarbig auf Sperberbasis und mein blau-rebhuhnfarbiger Hahn Aemon.

Ganz ehrlich?

Ich habe geheult.

Nicht aus dramatischer Übertreibung, sondern einfach, weil ich wusste, dass diese Möglichkeit zwar klein war – aber eben da war. Ich hatte diesen Gedanken im Kopf, ich habe auf diese Idee hingearbeitet, und dann passiert es wirklich!

Da sitzt man dann da, schaut diese Küken an und denkt sich nur:

Okay. Mutter Natur findet meinen Plan offenbar gar nicht so schlecht.

Für Außenstehende mag das nach „nur zwei Küken“ klingen.

Für mich war das ein Moment, den ich so schnell nicht vergesse.

Denn diese Tiere stehen für viel mehr als nur einen seltenen Treffer. Sie stehen für Hoffnung. Für Richtung. Für die Bestätigung, dass man auch mit einer Idee, die erstmal ein bisschen verrückt klingt, genau richtig liegen kann.

Natürlich sind wir damit noch nicht am Ziel.

Die Tiere entwickeln sich weiter, und der eigentliche Weg liegt noch vor mir. Aber ich bin mir jetzt schon sicher, dass 2027 richtig spannend wird.

Denn manchmal beginnt etwas als schöner Gedanke.

Und manchmal wird daraus ein echtes Herzensprojekt.

Genau das ist Blau-rebhuhnfarbig für mich geworden.